Sie haben die Entscheidung
Ortsverein
Sehr geehrte Frau Dotzer,
am 3. September 2009 erhielten die Röttenbacher Bürger ein Flugblatt, mit dem sich der Investor für das geplante Einzelhandelsgroßprojekt im Norden vorstellen möchte.
Nach dessen eigenen Worten, halten sich die Gegner des Projektes nicht an die Fakten.
Nach aufmerksamer Lektüre des Flugblattes fällt jedoch auf, dass der Investor (oder sollte man sagen, die Investorin? – doch dazu später mehr) mit höchstens halben Wahrheiten versucht, Stimmung für sein Einzelhandelsgroßprojekt zu machen:
Fakt ist, dass im gesamten Flugblatt ausschließlich von der Ansiedlung eines Lebensmittelvollsortimentsmarktes gesprochen wird – die geplanten „Ergänzungeschäfte“ finden keine Erwähnung – so wird also einfach suggeriert, dass es hier nur um die Ansiedlung eines Ladengeschäftes geht!
Fakt ist, dass die Gegner des Projekts nie behauptet haben, dass die initialen Kosten der Anbindung des Projekts an das vorhandene Kanal- und Straßennetz von der Gemeinde und damit vom Bürger getragen werden müssten! Jedoch machen die Gegner des „neuen Gewerbegebiets“ immer wieder darauf aufmerksam, dass mit erheblichen Folgkosten gerechnet werden muss, die dann von der Gemeinde Röttenbach respektive ihren Bürgern bezahlt werden müssen.
Fakt ist, dass die Gegner die Wirksamkeit der vom Investor geplanten „naturnahen Entwässerung“ stark anzweifeln. Nach unseren Kenntnissen liegt der Grundwasserspiegel am Rinnigweg nur ca. 80 cm unterhalb des Straßeniveaus. Das dort vorherrschende Gefälle führt bereits jetzt zu einem erheblichen Oberflächenwasserdruck! Zudem haben wir in Röttenbach bereits jetzt eine entscheidende Schwachstelle im Kanalnetz. Der Hauptkanal im Kirchenweg weist an seiner schwächsten Stelle lediglich eine Nennweite von 500 mm auf. Eine Zusatzbelastung ist so nicht zu verantworten. Zahlt der Investor auch eine durch die Baumassnahme erforderliche Erweiterung des Hauptkanals?
Es ist richtig, dass die nächstgelegenen Lebensmittelvollsortimentmärkte in unseren Nachbargemeinden liegen. Fakt ist jedoch, dass ein Grossteil der Bevölkerung Röttenbachs sowieso täglich an einem dieser Märkte vorbeifährt. Somit ist das Argument einer zusätzlichen Umweltbelastung nicht haltbar. Darüberhinaus wäre die Umweltbelastung wesentlich geringer, würde sich ein Vollsortimenter im Röttenbacher Gewerbegebiet ansiedeln statt am anderen Ende des Orts!
Die Behauptung, für die Regierung von Mittelfranken käme ausschliesslich der nördliche Standort für die Ansiedlung eines Vollsortimentmarktes in Frage ist schlichtweg falsch! Dem Bund Naturschutz liegt ein Schreiben der Regierung von Mittelfranken vor, welches eindeutig besagt, dass die Regierung keinen bestimmten Standort bevorzugt:
"Im Falle des Fachmarkts in der Gemeinde Röttenbach wurde darum gebeten, dass sich Vertreter der Regierung im Rahmen einer Bürgerversammlung lediglich zu den beiden Alternativstandorten, die von der Gemeinde ins Auge gefasst wurden, aus fachlicher Sicht äussern. Auch für das geplante Gewerbegebiet [...] (Ort wurde aus datenschutzrechtlichen Gründen entfernt) wurde keine Zustimmung signalisiert."
Für die Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes bis 800 m² in unserem bereits bestehenden Gewerbegebiet im Süden Röttenbachs ist zudem keinerlei Genehmigung der Regierung oder einer Nachbargemeinde erforderlich! Der sich in unserer Nachbargemeinde befindlichen Lebensmittelmarkt Degen ist (ohne dessen Getränkemarkt) in dieser Größenordnung und wäre für Röttenbach voll ausreichend!
Fakt ist, dass die Firma EDEKA noch vor wenigen Jahren versucht hat, im Röttenbacher Gewerbegebiet Fuß zu fassen – also liegt sehr wohl ein Interesse vor, auch im Süden Röttenbachs ein Ladengeschäft zu eröffnen. Fakt ist, dass EDEKA derzeit selbstverständlich das „Filetstück“ im Norden bevorzugt. Ist der Standort nördlich des Rinnigwegs vom Tisch, wird sich ein an Gewinn orientiertes Unternehmen wie EDEKA sicherlich nochmals über eine Ansiedlung im Röttenbacher Süden Gedanken machen – vielleicht nicht heute, auch nicht morgen und übermorgen, doch die Zeit spielt uns Röttenbachern in die Hände. Röttenbach „verhungert“ nicht – auch wenn sich vorerst kein Lebensmittelvollsortimentmarkt im Röttenbacher Süden ansiedelt!
Fakt ist, dass der Investor in punkto „Versiegelung“ in seinem Flugblatt Äpfel mit Birnen vergleicht. Schließlich spricht kein Mensch davon, mehrere Discounter in Röttenbach anzusiedeln. Zudem soll ja nicht nur ein Lebensmittelmarkt in den Norden Röttenbachs, sondern weitere Geschäfte!
Der Investor spielt in seinem Flugblatt die Gefahren für unsere örtlichen Einzelhändler herunter, spricht von „Erfahrungen in anderen Städten“, belegt diese jedoch nicht. Jeder logisch denkende Mensch weiss, dass die Ansiedlung eines Einzelhandelsgroßprojektes die Kaufkraft der Bürger auf sich zieht und die örtlichen Einzelhändler auf der Strecke bleiben. Der Verdrängungswettbewerb wird allein schon durch den Umstand verschärft, dass die Preisgestaltung für eine große Lebensmittelkette wie EDEKA einfacher ist, als für den „kleinen Laden um die Ecke“ und somit für den Kunden wesentlich attraktiver ist. In Zeiten der wirtschaftlichen Depression ist es unvermeidlich, dass der Kunde dort kauft, wo die Waren günstiger zu bekommen sind!
Fakt ist, dass die Gegner des Projekts nicht behaupten, dass derzeit ein Textilgeschäft und eine Spielhalle gebaut werden soll! Jedoch waren genau diese Geschäfte (und weitere) anfängliche geplant und sind nach und nach von der Planung verschwunden.
Ein jeder Röttenbacher sollte sich fragen wieso ein naturgemäss an Gewinnen interessierter Investor trotz der Tatsache, dass das Bauprojekt im Laufe der Zeit immer kleiner wurde, die ursprünglich angedachte Fläche von über 18.000 m² erwerben will, obwohl mittlerweile „nur“ noch ca. 10.000 m² bebaut werden sollen. Zu welchem Zweck soll das übrige „Brachland“ dienen??? Vielleicht als eine Investition für zukünftige Bauvorhaben???
Eine weitere Frage, die sich sicherlich jeder Röttenbacher nach der Lektüre des Flugblattes stellt: Wer ist der Investor, der sich hier vorstellt?? Unterschrieben ist das Flugblatt einfach mit „Roswitha Dotzer“, jedoch findet sich kein Hinweis, für welche Firma die Dame tätig ist, damit sich der interessierte Bürger näher informieren könnte. Will Frau Dotzer quasi "anonym" bleiben? Welche "21 Vorhaben", die nach eigener Auskunft seit 1998 verwirklicht worden sind, sind denn realisiert worden? Fragen über Fragen, die nach der Lektüre der Vorstellung des Investors weiterhin offen sind!
Von einer Firma, welche unsere Stimmen für Ihr Vorhaben beim Bürgerentscheid möchte, welche entscheidend an der Zukunft Röttenbachs beteiligt werden will, erwarte ich als Bürger Röttenbachs mehr als eine lapidare „Unterschrift“ ohne weitere Informationen!
Sie haben die Entscheidung!
Am 27. September 2009 entscheiden Sie nicht nur über die Zusammensetzung des deutschen Bundestags. Mindestens ebenso wichtig ist Ihre Entscheidung für die Zukunft Röttenbachs!
Gleichzeitig mit der Bundestagswahl entscheiden Sie über die Ansiedlung eines investorengetriebenen Einzelhandelsgroßprojekts im Norden Röttenbachs. Bedenken Sie - es geht bei diesem Bürgerentscheid
nicht nur um einen weiteren Lebensmittelvollsortimentmarkt,
sondern auch um Zusatzgeschäfte!
Dies wird in der öffentlich stattfindenden Diskussion gerne verschwiegen!
Der Investor - naturgemäss rein gewinnorientiert - beabsichtigt den Kauf von über 18.000 m², von denen über 10.000 m² versiegelt und überbaut werden sollen. Man kann nun spekulieren, dass dieses erste Bauvorhaben nur ein erster Schritt ist, bevor weitere Ladengeschäfte folgen. Schließlich umfasste der erste, zum jetzigen Zeitpunkt nicht aktuelle Plan unter anderem auch
eine Spielhalle,
eine Tankstelle,
ein Fast-Food-Restaurant!
Diese "ungeliebten" Lokale sind von der aktuellen Planung verschwunden, doch der Investor hält nach wie vor an seinem Plan fest, über 18.000 m² zu erwerben.
Auf dieser Webseite können Sie sich über die Argumente informieren, die gegen eine solch massive Bebauung nördlich des Röttenbacher Rinnigwegs sprechen, so dass Sie am 27.09.2009 die für Röttenbachs Zukunft richtige Entscheidung treffen (Nicht vergessen, die Abstimmung ist auch per Briefwahl möglich):

